(22. November 1881, Istanbul – 4. August 1922, Belcivan, Tadschikistan)

Enver Pascha Enver Pascha hatte in der Endphase des Osmanischen Reichs politisch sowie militärisch eine führende Stellunginne. Er zählte zu den Gründern der Partei Ittihat ve Terakki Cemiyeti. Zudem ist er heute noch als „Befehlshaber der Turan-Armee“ bekannt. Er sah die Armenier als Hindernis auf dem Weg zum “Großtürkenreich Turan” und leitete aus dieser Sicht die Idee ihrer Vernichtungab. Die Gesprächsprotokolle seiner Unterredungen mit ausländischen Diplomaten während seiner Amtszeit als Kriegsminister (1913-1918) und als Vertreter des Generalstabs belegen seine konsequente Haltung zum Völkermord an den Armeniern.

Er war der bekannteste osmanische Staatspolitiker in Europa, insbesondere im Deutschen Reich.

Auf Kriegsminister Enver geht auch die Sonderorganisation (Teşkilat-ι Mahsusa) zurück, die im embryonischen Zustand bereits im Juli 1913 bei der osmanischen Rückeroberung Adrianopels (türk. Edirne) hervortrat und sich vor allem durch Terror gegen griechische Dörfer in Thrakien auszeichnete, ab 1914 auch im Ägäis-Gebiet. Ihr zweiter Generalstabsoffizier Kuşçubaşi Eşref beschrieb die Sonderorganisation als „Staat im Staate“, dessen sämtliche Operationen im In- und Ausland über „die üblichen Grenzen“ hinausgingen und drei Hauptziele verfolgten: „die Vereinheitlichung der Türkei, die islamische Union und den Pan-Türkismus“.

Enver Pascha Pantuerkish    Enver Pascha Pantuerkish

Enver Pascha floh am 03. November 1918 mit deutscher Hilfe nach Deutschland. 1919 wurde er in Abwesenheit vom Militär suspendiert und zum Tode verurteilt. Als er 1920 auf Seiten islamischer Kräfte gegen die Rote Armee kämfte, wurde er am 4. August 1922 nahe des Dorfs Baldschewan in der Nähe von Duschanbe in Tadschikistan getötet und im Dorf Cegen beigesetzt. Nach der Selbstauflösung der UdSSR Ende 1991 wurde sein Leicham am 4. August 1996 nach Istanbul überführt und mit Staatszeremoniell empfangen. Enver liegt auf dem Ehrenfriedhof auf dem Hügel der Ewigen Freiheit in Istanbul.

Enver Pascha Grabstelle    Enver Pascha Grabstelle
Ismail Envers angebliche Grabstelle in Tadschkistan (2010)

Obwohl die Ehefrau Ismail Envers, Naciye Sultan, als Angehörige des ehemaligen osmanischen Herrscherhauses nicht in die Republik Türkei einreisen durfte, wurde ihr und den Kindern Envers später doch die Einreisegestattet. Nach dem Sondergesetz von 1926 wurde ihr eine lebenslange Rente gewährt. Sie lebte im eigenen Haus in Istanbul-Ortaköy.

Im Staatsakt anläßlich der Überführung von Envers Leichnams am 4. August 1996 wurde İsmail Enver Bey als „Held der Freiheit und des Sieges “ (türk.: Hürriyet ve İstiklal Kahramanı Enver Paşa) bezeichnet.

Enver Pascha Grabstelle
Die Grabstätte Enver Paschas wurde 1996 erreichtet. In Istanbul wird sie auch der “ Heiligenschrein Enver Paschas“ genannt (türk.: Enver Paşa Türbesi).
Orte, die nach Enver Pascha benannt wurden:

I.  Stadtviertel, das nach Enver Pascha benannt wurde:

‘Enver Paşa Mahallesi’

  1. Balıkesir-Balya

II.  Straßen, Boulevards und Gassen, die nach Enver Pascha benannt wurden:

“Enver Paşa Caddesi” / “Enverpaşa Caddesi”

  1. Artvin-Yusufeli, Merkez
  2. Aydın-Germencik, Yenimahalle
  3. Denizli-Merkez, Saraylar Mahallesi
  4. İstanbul-Bayrampaşa, Kartaltepe Mahallesi
  5. İstanbul-Büyükçekmece, Dizdariye Mahallesi
  6. İstanbul-Esenyurt, Esenkent Mahallesi, Bahçeşehir Semti
  7. İstanbul-Tuzla
  8. Kahramanmaraş-Türkoğlu
  9. Kırşehir-Mucur, Yenice Mahallesi
  10. Sakarya-Adapazarı, Geyve
Enver Pascha Strasse
„Enver Paşa Sokağı“ / „Enverpaşa Sokağı“ / „ – Sokak“: Enver Pascha-Straße
  1. Aydın-Kuşadası, Türkmen Mahallesi
  2. Bursa-Osmangazi, Tuna Mahallesi
  3. Çanakkale-Eceabat, Kemalpaşa Mahallesi
  4. İstanbul-Kadıköy/Bağdat Cad.
  5. İzmir-Balçova, Teleferik Mahallesi
  6. Kars-Merkez, Hafızpaşa Mahallesi
  7. Tekirdağ-Merkez, Aydoğdu Mahallesi
  8. Lefkoşa/Kıbrıs (Levkosia, Süd-Zypern)
  9. Girne-Lapta/Kıbrıs (Zypern)
„Enver Paşa Bulvarı“
  1. Aydın-Merkez, Adnan Menderes Mahallesi
„Enver Paşa Çıkmaz Sokak“
  1. Kars-Merkez

III.   Moschee, die nach Enver Pascha benannt wurde:

“Enverpaşa Camii”

  1. Akçaabat, Zaferli Köyü

IV.   Schulen, die nach Enver Pascha benannt wurden:

Grundschulen:

„Enverpaşa İlköğretim Okulu”

  1. İzmir-Yamanlar
  2. Bodrum-Marmaris, Armutalanı

V.   Andere Orte:

„Enver Paşa Türbesi“ (Heiligengrab von Enver Pascha)

  1. Abide-i Hürriyet Tepesi, İstanbul-Çağlayan
“Enver Paşa Korusu” (Enver Pascha Forst, hieß als Familieneigentum: “Naciye Sultan Korusu”)
  1. İstanbul-Beşiktaş, Kuruçeşme Mahallesi / Ortaköy Mahallesi

Enver Paşa Köprüsü: „Enwer-Pascha-Brücke“

EnverPascha Brücke     EnverPascha Brücke
Die Enwer-Pascha-Brücke befindet sich in Potsdam. Sie wurde 1901 fertiggestellt und trägt den Namen Enver Paschas, der 1909-1912 als Militärattaché in Berlin tätig war und in Potsdam-Glienicke wohnte. Die Brücke wurde nach dem II. Weltkrieg gesprengt. Eine Wiederherstellung ist geplant, allerdings mit Neubenennung.

© Foto: Udo Unkelbach

Häuser, die nach Enver Pascha benannt wurden:
1. Enver Pascha-Konak (Winterhaus)

“Enver Paşa Konağı” befindet sich in İstanbul-Ortaköy. Es wurde als eine Winterresidenz gebaut. Dort wohnte die Familie Envers auch nach seinem Tode. Das Haus befindet sich im Familienbesitz seiner Nachfahren.

EnverPascha Winterhaus
Enver Paşa Konağı, Istanbul-Ortaköy, Ahmet Adnan Saygun Caddesi 14/H
2. Enver Pascha-Kiosk (Sommerhaus)

Dieses Haus diente seinerzeit als ein Jagdhaus. Es wurde nach einem Brand 2005 aufwendig renoviert. Heute gehört es der Stadtverwaltung Istanbul und dient als ein Kulturhaus für Kinder.

EnverPascha Sommerhaus     EnverPascha Sommerhaus
Stadtverwaltung Istanbul-BüzükcekmeceEine Innenansicht Kinderkulturhaus
„Çocuk Kültür Evi“
EnverPascha Sommerhaus
Der Brand von 2005
Einige Bücher zu Enver Pascha:

   

   

 

Besuch am „Heiligenschrein Enver Paschas“…

 

Istanbul, Büyükçekmece, Jahr: 2010 !

Man sammelte 4.000 Unterschriften


HABER RESİMLERİ
07 Eylül 2010, 13:34 Salı (1131)
„Gebt den Namen Enver Paschas“

4.000 Istanbuer gaben ihre Unterschrift, damit ihre Straße, die bis dahin den Namen eines Kriegsmärtyrers trug, in Enver-Pascha-Straße umbenannt wird.